Wir haben viel erlebt,
’ne Geschichte, die uns ewig bleibt.
Und haben viel gesehen,
dass es gut für hundert Leben reicht.
Ohne unser gestern würd’ ich mich heut nicht so auf morgen freuen.
Ist es nicht das, was zählt?

Eine Zeit,
die gut für hundert Leben reicht.

(„Hundert Leben“ von Johannes Oerding)

Sonntag, 15.15 Uhr: Die Haare sitzen, alle sind bereit … Gefühlte 1000 Jahre Basketballleben sind in der Hela-Halle in Rendsburg versammelt. Wir feiern die Rückkehr zu einer Zeit, in der wir Mädels aktiv am Basketball gewirkt haben, eine Zeit, als die Umkleide regelmäßig den Beginn unserer Unternehmungen markierte. Auch olfaktorisch. Hach, Umkleidekabinengerüche …Auf Einladung von Antje, Berit, Silke und Ute sind 19 ehemalige Basketball-Aktive in Rendsburg zusammengekommen, um die müden Knochen zu bewegen und sich an alte Zeiten zu erinnern: 13 Aktive, 2 Trainer, 6 Anfeuerer, kein Schiedsrichter. Brauchen wir nicht mehr, bleibt alles fair. Zum Glück bleibt nicht lange Zeit für Sentimentalitäten, nach kurzer Begrüßung durch Antje geht’s zum Aufwärmen mit – bemühten – Korblegern in der Halle los.
Was für ein vertrautes und doch fremdes Gefühl, den Ball in Richtung Korb zu bewegen! Als Spielerin mittendrin wirkt das Spiel unglaublich dynamisch auf mich, bereits nach dem ersten Hin und Her setzt Schnappatmung ein. Mit einer beweglichen Zonendeckung (Frau-zu-Frau-Deckung schien dann doch zu anstrengend) und klassischem Cut-and-Fill im Angriff zwischen Dreierlinie, Flügelposition und Freiwurflinie haben auch die an der Linie Stehenden ihren Spaß. Ja, ja, die Fachbegriffe sitzen noch.
Erstaunlich zu sehen, mit welcher Eleganz und Beweglichkeit Elin und Ute unter dem Korb die Verteidigung schwindelig spielen. Christina bringt von außen den Druck, eine Treffsicherheit aus der Distanz, die auch heute keine Vergleiche zu scheuen braucht. Marion bringt die Halle mit einem Dreierwurf zum Kochen. Der geht zwar vorbei, aber was soll’s: Versuch macht kluch. Aber auch die kleinen Tricks und Haken, die getarnten Würfe zum Korb, die schnell zum Pass umgenutzt werden, zeigen, dass wir die Basketballkunst nicht verlernt haben. Antje erhöht ständig Druck und Tempo, trägt den Ball schnell nach vorne, fliegende Wechsel sind deshalb ein höchst willkommenes Angebot für die Gegnerinnen.

In der Halbzeitpause gibt es … keine harten Traineransagen, sondern Kaffee und Kuchen. Da erweist sich als Glück für die Verteidigerinnen, denn Angie läuft mit einem Stück Kuchen im Bauch deutlich langsamer, bleibt aber dennoch die „Schnellste Maus von Mexiko“. Das Pausenbeweisfoto zeigt anhand verschiedener „Rötegrade“, dass bereits in der 1. Halbzeit hart gearbeitet wurde.

In der 2. Halbzeit werden dann Alter und Routine ausgespielt. Die Kombinationen laufen flüssiger, tolle Passstafetten führen - hie und da - zu Körben, die Punktezähler kommen kaum hinterher. Als Radi die letzten 30 Sekunden bis zum Spielende ausruft, gilt sofort die Devise „Ausspielen!“ Tatsächlich gelingt einer Buzzerkillerin noch ein ernsthaft wunderschöner Korb zum Abschluss.

Die 3. Halbzeit läuft dann unter der Dusche – der Sekt ist schnell ausgetrunken und wird beim Abendessen im Restaurant „Adria“ nachgefüllt. Beim Cevapcici macht Coach Franks „Freunde-Buch“ aus den 90ern die Runde. Jede Spielerin hatte damals so ihre Gedanken zu Sport, Leben und Frank … illustriert mit einem Foto.

Herzlichen Dank an Antje, Berit, Silke und Ute, die alle Onlinekanäle, menschlichen Kontaktpunkte und Recherchemöglichkeiten mobilisiert haben, um uns zusammenzutrommeln. Es war ein großartiger Tag! Wir haben viel erlebt, an diesem Sonntag und damals. Es reicht vielleicht noch nicht ganz für hundert Leben und es ist auch noch lange nicht genug. Fest verabredet ist ein neues Treffen im nächsten Jahr. Wir freuen uns darauf und auf „neue Ehemalige“. High Five!

Ursi Richenberger

Basketball-Club Rendsburg e. V. | Rendsburg Twisters
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