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Hallo Coach, wie sah das Leben eines Basketball Trainers während der Coronapandemie aus? Ist dir schon langweilig?

Homfeldt: Nein überhaupt nicht [lacht]. Das haben viele gedacht, aber ich habe auch sonst viele Aufgaben am Schreibtisch zu erledigen. Die konnte ich natürlich auch während des Lockdowns machen. Dazu kommen noch einige, die zuvor aufgrund von Zeitmangel liegen geblieben sind. Im Endeffekt hatte ich fast genauso viele Stunden wie vorher. Leider sind die weggefallen, die mir am meisten Spaß machen - die mit den Jungs in der Halle. Das ist natürlich ein Luxusproblem. Seit kurzem dürfen wir auch wieder eingeschränkt trainieren, so dass wieder etwas Normalität einkehrt.



 

Kommen wir zur nächsten Saison. Ihr habt letzte Woche bekannt gegeben, dass die Twisters auch nächste Saison wieder in der 1. Regionalliga spielen werden. Bleibst du der Coach der Mannschaft?

Homfeldt: Ja, ich werde mindestens noch eine weitere Saison bleiben. Ich habe letzte Saison mit einer ganz jungen Mannschaft ein Projekt begonnen und das ist noch lange nicht fertig. Wir sind mit dem jüngsten Team unserer Geschichte in der 1. Regionalliga angetreten. Das ist ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist und von dem wir in der Zukunft noch profitieren werden.

 

Man hat gesehen, dass sich die Mannschaft in der letzten Saison extrem gesteigert hat. Trotzdem warst du wahrscheinlich nicht zufrieden. Wie bewertest du die Leistung des Teams?

Homfeldt: 

Mit dem Ergebnis war ich nicht zufrieden. Zumindest die Hinrunde lief nicht so, wie wir uns das erhofft hatten. Wir hatten extrem viele Rückschläge zu verkraften. In der Rückrunde haben wir dann zwar die Siege geholt, aber wenn man mit einem Sieg aus elf Spielen startet, dann läuft man der Musik erst mal lange hinterher. Mit vier Siegen aus den nächsten zehn Spielen, lagen wir dann aber wieder im Soll.

 

Was hat die Hinrunde so schwer gemacht?


Homfeldt: Dass wir durch die Abgängen von fünf sehr wichtigen Spielern (Anmerkung: Geist, Hillner und Gottschalk haben die Karriere beendet und Cumpstone und Pesava haben bessere Angebote anderer Vereine angenommen) eine schwere Saison haben werden, war von vornherein klar. Dann hatten wir allerdings so viel Pech wie nie zuvor. Zunächst der Kreuzbandriss von Jakob Menges, dann die schwere Krankheit von Henning Rixen, der am Ende kein einziges Spiel bestreiten konnte. Zu Beginn der Saison der Ausfall unseres ersten Amerikaners Kyle Parker, dann die fehlenden Spielberechtigung unseren 2. Amerikaners Garrett Jefferson, die Verletzung von Cedric Perry, der Kreuzbandriss von unserem konstantesten Spieler Paulius Sakinis und noch zahlreiche weitere Hürden, die uns immer wieder ausgebremst haben und zum Teil auch moralisch schwer zu verkraften waren. 



 

Trotzdem hatte man das Gefühl, dass das Team bis zum Ende gekämpft hat und nie den Kopf in den Sand gesteckt hat. 


Homfeldt: Ja die Jungs haben mich einige Male sehr positiv überrascht. Eine schwere Verletzung, die schwere Krankheit eines Mitspielers oder der Ausfall eines sehr wichtigen Spielers kratzen immer an der Moral. Aber unsere jungen Spieler haben das erstaunlich gut weggesteckt und nie den Kopf in den Sand gesteckt.

 

Macht das Hoffnung für die kommende Saison?



Homfeldt: Sicherlich. Die letzte Saison wäre auch mit weniger Verletzungen und Krankheiten eine Herkulesaufgabe geworden, aber genauso klar ist dann eben auch, dass solch junge Talente dann später enorm davon profitieren werde, wenn sie so früh ins kalte Wasser geworfen werden. Ich freue mich ungemein auf die neue Saison. Wenn wir es schaffen den Kern zu halten und die Jungs im Training ordentlich Gas geben, dann werden wir noch viel Freude mit denen haben.

 

Ist das auch das wichtigste Ziel für diesem Sommer - viele Spieler in Rendsburg zu halten?

Homfeldt: Das ist es bei uns sowieso immer. Wenn wir in der Vergangenheit viele lokale Spieler aus der Vorsaison halten konnten, dann haben wir danach immer stark gespielt. Deshalb werden wir alles dafür tun den Kern beisammen zu halten.

 

Ihr profitiert in vielerlei Hinsicht von euren Zuschauern. Gibt es für den „Worst Case“ , dass ihr keine reinlassen dürft, schon so etwas wie einen Plan B.

Homfeldt: Klar darüber haben wir uns natürlich schon Gedanken gemacht. Hoffentlich können wir bis Saisonbeginn wieder annähernd normal spielen. Sollte das nicht möglich sein, würden wir unsere Spiele wohl ihm Internet übertragen. Ich hoffe allerdings stark, dass wir mit Hygienekonzept und einigen Regeln mit Zuschauern spielen dürfen. Das wäre für uns sowohl finanziell wichtig als auch sportlich, denn die lautstarke Unterstützung gibt uns häufig einen Schub.

 

Welche Auswirkung hat die finanzielle Unsicherheit auf die Kaderplanung?

Homfeldt: Wir werden zunächst ein mal die lokalen Spieler verpflichten. Dann haben wir hoffentlich einen schlagkräftigen Kern zusammen. Die ausländischen Profispieler sind natürlich am teuersten. Gleichzeitig sind dies aber auch die Spieler, die man am ehesten auch kurz vor Saisonbeginn noch finden würde. Spieler die den Traum haben mit Basketball ihren Lebensunterhalt zu verdienen, gibt es ganz viele - insbesondere in den USA. Ob und wie viele Profis wir uns leisten können, werden wir erst wissen, wenn wir die Zuschauersituation in der kommenden Saison beurteilen können. Bis dahin werden wir vorsichtig agieren und die Existenz des Vereins nicht gefährden. Sobald wir die Situation abschätzen können, werden wir dann schnell nachlegen und den Kader dann gegebenenfalls abrunden.

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