Die JBBL-Twisters fegen Bramfeld mit 98:65 vom Parkett
Draußen tobte der Herbststurm über Norddeutschland, drinnen im Herdergymnasium der nächste. Die Wetterdienste hatten die Sturmtiefs des Wochenendes Austen und Luise getauft. In Rendsburg hießen sie am Sonntag Rathje und Dänner. Die Young Twisters machten ihrem Namen alle Ehre und fegten den Bramfelder SV mit 98:65 vom Parkett.
Mindestens genauso bemerkenswert war die Kulisse. 250 Zuschauer bei einem Jugendspiel, das gibt es nicht oft, und sie machten Lärm für doppelt so viele. Hallensprecher Dominik und sein DJ heizten zusätzlich ein, und wer an diesem Sonntag in der Halle war, hat verstanden, warum Rendsburg sich Basketballstadt nennen darf.
Dabei war eher ein Gewitter mit offenem Ausgang angekündigt. Bramfeld galt als stärker als Rostock, und Rostock hatte den Twisters eine Woche zuvor alles abverlangt. Rechnerisch hätten die Rendsburger zwar erst mit 32 Punkten verlieren müssen, um den Gruppensieg noch abzugeben. Doch die Frage stellte sich nie. Lorenz Pimi erzielte im ersten Viertel allein elf Punkte, nach zehn Minuten stand es 28:13. Kurz vor der Pause fegte ein 12:0-Lauf zum 47:22 über das Parkett, zur Halbzeit hieß es 55:30. Wie in Rostock zeigte das Team wieder diese Willensstärke, die auch schwächere Phasen überbrückt. Nur gab es diesmal kaum welche. Einen Gleichstand oder Führungswechsel gab es kein einziges Mal, der Wind wehte 40 Minuten lang aus einer Richtung.
Im dritten Viertel folgte die nächste Böe, ein 10:2-Lauf zum 74:47, Alwin Jannsen traf dabei gleich von jenseits der Dreierlinie, und der Vorsprung wuchs auf über 35 Punkte. Entschieden wurde das Spiel unter den Körben: 55:30 Rebounds, davon 18 am gegnerischen Brett, daraus 27 Punkte aus zweiten Chancen. Bramfeld traf von außen nur 5 von 28 Dreiern.
Die eigentliche Stärke dieser Mannschaft liegt aber in ihrer Breite. Wo andere Teams sich auf fünf bis sieben starke Spieler verlassen, haben die Twisters zwölf, die jederzeit bereit sind. Alle zwölf standen auf dem Feld, keiner länger als 23 Minuten, und 42 Punkte kamen von der Bank. Max-Anton Rathje kam auf 21 Punkte, ebenso Kim Dänner, der sich nach seiner Verletzung im Spiel bei RASTA wieder in gewohnter Form zeigte. Pimi steuerte 17 Punkte bei, Jamal Rathke 14, Abdulbari Zakriev 10. Jannsen leistete sich eine perfekte Quote: drei Würfe, drei Treffer. Bei Bramfeld trafen Anastasopoulos, Larysz und Wolde-Mikael zweistellig.
Mit 3:0 Siegen gewinnen die Young Twisters die Gruppe 4 und ziehen in die A-Division ein. Und weil ein Sieg in einer Basketballstadt offenbar nicht reicht, legte die JBBL Future der Twisters gleich danach nach und schlug das Team aus Rostock. In der nächsten Runde warten auf das nördlichste Bundesligateam Deutschlands voraussichtlich Chemnitz, die Titans aus Dresden und, alte Bekannte, erneut RASTA Vechta. Dort wird der Wind rauer. Mit zwölf Spielern, die alle bereit sind, haben die Twisters aber genug Puste für jede Wetterlage.
Young Twisters: Rathje 21, Dänner 21, Pimi 17, Rathke 14, Zakriev 10, Jannsen 8, Kirsch 4, Cars
















