Barry Manilow sang einst „Can’t Smile Without You“. Teo Manoilov sorgte am Sonntagmittag dafür, dass im Herdergymnasium hinterher kaum jemand lächelte. Der Riese unter dem RASTA-Korb führte die Gäste aus Vechta mit 21 Punkten zum 71:67-Sieg und beendete die Siegesserie der Young Twisters.
Dabei hatten die Rendsburger ihn eine Halbzeit lang komplett abgemeldet. Kaum bekam Manoilov den Ball in Korbnähe, standen schon zwei Twisters neben ihm. Das konsequente Doppeln zeigte Wirkung: 28:19 nach dem ersten Viertel, zeitweise lagen die Gastgeber mit 13 Punkten vorn. Wie schon beim 96:76 in Vechta in der ersten Einteilungsrunde sah es lange nach einer klaren Sache aus. Im zweiten Viertel lief es im Angriff zwar zäher, mit 38:34 ging es aber trotzdem in die Kabine.
Doch das Doppeln kostet Kraft, und die fehlte nach der Pause spürbar. Die Rotation war kurz, Jamal Rathke, Lorenz Pimi und Max-Anton Rathje standen jeweils mehr als 33 Minuten auf dem Feld. Die Wege zu Manoilov wurden länger, die Hilfe kam einen Schritt zu spät, und der Center blühte auf. Zehn Zweier verwandelte er am Ende, die meisten davon nach dem Seitenwechsel. Mit einem 22:16 im dritten Viertel holte sich RASTA die Führung. Es war der einzige Führungswechsel der Partie, und er war endgültig. Die Twisters kämpften sich im Schlussviertel noch einmal heran, doch Manoilov und seine Kollegen Jonathan Mulaj (12) und Marlo Hilmes (11) brachten den Vorsprung über die Zeit.
Manoilov stoppte die Twisters dabei buchstäblich mit allen Mitteln. Der Center ging mit vollem Körpereinsatz zu Werke und längst nicht jeder Kontakt wurde abgepfiffen – das Titelfoto spricht Bände. Fünf Fouls standen am Ende trotzdem auf seinem Konto, mehr lässt das Regelwerk nicht zu. Gefühlt hätten es ein paar mehr sein dürfen. Fairerweise gehört aber auch das dazu: Der Junge zeigte Charakter. Nach einer verkorksten ersten Halbzeit, in der er gegen das Rendsburger Doppeln kaum einen Stich sah, ließ er sich nicht hängen und spielte eine starke zweite Hälfte.
Max-Anton Rathje war erneut der Mann der Stunde: 30 Punkte, davon allein 24 aus zwölf Zweiern. Lorenz Pimi kam auf 17 Punkte und war mit sechs von acht Freiwürfen auch von der Linie sicher, Kim Dänner steuerte neun Punkte bei. Jamal Rathke spielte die meisten Minuten von allen (35) und traf sieben Punkte, darunter einen Dreier. Jason Kirsch kam auf vier Punkte. Noah Koppelmann blieb in fast 25 Minuten ohne eigene Punkte, Alwin Jannsen und Abdulbari Zakriev arbeiteten je rund zehn Minuten, Espen Carstens, Oskar Garbrecht und Konrad Fritz bekamen kurze Einsätze.
Die Ironie des Tages: Nach den Freiwurfsorgen vom Samstag waren die Twisters diesmal von der Linie die bessere Mannschaft, zehn von 18 gegen zehn von 24 bei RASTA. Entschieden wurde das Spiel woanders, nämlich unter dem Korb und in den Beinen.
Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt nicht. Um 17 Uhr ging es im Herdergymnasium gegen die SG Junior Löwen Braunschweig weiter. Ein Sieg ist Pflicht, um im Rennen um die ersten beiden Plätze der Gruppe zu bleiben.
















